| Biber
im Flaacher Bach - Die Spitze des Eisbergs im Flaacher Bach ist ein Biber
Der Vergleich vom Biber im Flaacherbach mit einem Eisberg hat schon etwas für sich; denn wie bei einem Eisberg, bei dem nur der kleinste Teil aus dem Wasser hervorragt und der grösste Teil versteckt und gefährlich untergetaucht, unsichtbar und drum gefährlich ist, ist der Biber nur der sichtbare Teil eine Millionen-schweren Problems. 1968 und 69 hat man in den Thurgauer Kleinseen bei Hüttwilen und Nussbaumen Biber ausgesetzt, 1977 bei der Tössegg. Wenig später haben sich Biber am Rhein bei Flaach und bei Rüdlingen eingefunden und sich häuslich niedergelassen. Seit 2, 3, 4 Jahren wandern Jungbiber immer wieder vom Rhein her in Bäche hinauf und suchen sind in solchen Bächen einen Wohnraum. Kürzlich passiert im Uhwieser Bach, in einem Abschnitt, der im Zusammenhang mit dem Europäischen Naturschutz-Jahr 1995 von der Gemeinde Uhwiesen renaturiert wurde. Von diesem Uhwieser Biber hörte ich, dass die Bauern befürchten, die Dammbau-Tätigkeit des Bibers könnte zum Überfluten der Felder links und rechts vom Bach führen. Anfang Jahr nun hörte ich eine analoge Geschichte von einem Biber im Flaacher Bach. Und ich hörte auch davon, dass diesem Biber im Flaacher Bach Schaden zugefügt wurde, indem man ihm seinen kleinen Biber-Damm zerstörte. An sich etwas Gesetzeswidriges, denn der Biber ist nach eidgenössischem Jagdschutzgesetz geschützt, und Verstösse gegen dieses Gesetz sind Offizialdelikte, müssen also von Amtes wegen verfolgt werden, ohne dass Anzeige erstattet wird. Offenbar aber wurde nichts gemacht von der Vollzugsstelle. |
| Radio-Munot, WEGE, 20.09.2004 |