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An der Thur leben wieder 100 Biber
| © Tages-Anzeiger; 30.12.2005; Seite 11
Zürich An der Thur leben wieder 100 Biber Ende der Sechzigerjahre wurden die Nager ausgesetzt, seither wächst ihre Population stetig. Weinland. - Immer mehr Biber fühlen sich im Weinland und in angrenzenden Gebieten heimisch. An den Ufern der Thur sind laut WWF heute wieder 100 der vorwiegend am und im Wasser lebenden Nager angesiedelt; gesamtschweizerisch wird der Bestand auf 350 bis 400 Tiere geschätzt. 1968/69 hatte der WWF Thurgau am Nussbaumer- und Hüttwilersee neun Biber aus Norwegen ausgesetzt. Seither hat sich die Biberfamilie wacker entwickelt.
In Marthalen soll sich der Nager mit den scharfen Zähnen schon bis
an den Dorfrand vorgewagt haben, weiss die «Andelfinger Zeitung»
zu berichten. Frassspuren am Ufer des Marthaler Baches zeugten davon. Und
ein Passant habe bei der Kläranlage einen Biber gesichtet, der in
eine Röhre geflüchtet sei.
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Wohl fühlt sich der Biber offensichtlich
auch am Thurspitz sowie am alten Rheinlauf bei Rüdlingen SH. Im südlichen
Weinland bewohnt der grösste einheimische Nager den Seltenbach bei
Humlikon. Und den Anderbach hoch, der in den Rhein mündet, haben sich
die nachtaktiven Tiere um den Uhwieser Weiher angesiedelt. Das Leben dort
wurde einigen von ihnen zum Verhängnis. Ein Biber wurde überfahren,
ein zweiter im vergangenen August erschossen aufgefunden. Der Fall ist
noch nicht aufgeklärt. Bereits 2004 waren dort vier Tiere in schlechtem
Zustand entdeckt worden. Die Untersuchung ergab keinen Hinweis auf eine
Vergiftung.
Biber verändern die Uferlandschaften, und sie können Schäden an Kulturen anrichten - bis heute allerdings nur in geringem Ausmass. Sie fällen mit ihren bis zu 3,5 Zentimeter langen Nagezähnen Bäume. Sie bauen damit Dämme und Biberburgen. Rinden und Äste fressen sie. Biber sind fähig, in einer Nacht einen Baum mit 40 Zentimeter Stammdurchmesser umzulegen. Auch bis meterdicke Stämme nagen sie mit ihrem Mundwerkzeug durch. Die vegetarisch lebenden Nager ernähren sich im Sommer von jungen Baumtrieben (z. B. Weide) sowie von Ufer- und Flusspflanzen. Im Winter schlafen sie nicht. Sie legen sich einen Futtervorrat an mit zwei bis drei Meter langen Zweigen und Ästen. Die Biber brauchen viel Nahrung. Sie müssen pro Tag 20 Prozent ihre Körpergewichts (17-35 Kilo) fressen. Im 19. Jahrhundert war der Biber fast ausgestorben. Schuld daran waren vor allem Pelzjäger. Gefragt waren auch das Fleisch sowie der Duftstoff, auch Bibergeil genannt. Er galt als Heilmittel. (smd) |