Langfristige Bestandesentwicklungen
seit 1989 in der Region Rheinfall
(siehe jeweils Jahresbericht
der FMGR)
Die Methoden, die wir
zur Bestandesschätzung einsetzen, sind seit 1989 standardisiert: In
der zweiten Hälfte Juni und in der zweiten Hälfte Juli wird an
je drei Abenden der Bestand auf der Flugstrasse SD720 und im Jagdhabitat
über dem Rhein rund 90 Minuten nach Sonnenuntergang mit der Fixstreifentaxation
die Anzahl Tiere pro Minute erfasst und in der Graphik eingetragen.
Bei den
Bestandesschätzungen der Wasserfledermäuse in der Region Rheinfall
kann man seit Jahren immer nur das gleiche wiederholen: auf der am stärksten
beflogenen Dachsener Flugstrasse SD7 und über dem Rhein unterhalb
des Rheinfalls haben wir ein Jahr für Jahr vergleichbaren Bestand,
der sehr, wirklich sehr viel kleiner ist als zu Beginn unserer Datenaufnahme
1989.
Es sieht
beinahe so aus, als würde in den letzten Jahren der Bestand im Jagdgebiet
über dem Rhein tendenziell noch sinken, während der Bestand auf
der Flugstrasse eher stabil bleibt. Da die Flugstrasse eine Verbindung
zwischen den Gebieten “Tageseinstand” und “Jagdhabitat” ist, widerspiegeln
die Zahlen der auf der Flugstrasse vorbeigeflogenen Wasserfledermäuse
- wenigstens teilweise - die Verhältnisse im Tageseinstand. Im Fall
der Flugstrasse SD7 heisst dies, wir erfahren etwas über die Qualität
der Cholfirstwaldes (aus der Perspektive der Wasserfledermäuse). Wenn
wir nun die Kurve genauer anschauen, dann fällt auf, dass der Bestand
in den letzten drei, vier Jahre noch einmal leicht gesunken ist. Das würde
dann die Vermutung stützen, dass der Cholfirstwald aus dem Blickwinkel
der Wasserfledermäuse betrachtet, an Qualität verloren hat. |