Sept 2008
Inhalt
| Material | Achtung | woher | Technik |
| Abschlussarbeiten nach dem Trocknen | Chemische Reaktion | Wichtige Tips |
| Werkzeuge und Geräte | Gefäss (z.B. Gipsergefäss aus Kunststoff) und Schwingbesen |
| Gips-Pulver | unbedingt Mischverhältnis Gips : Wasser beachten (Anweisung auf der Verpackung) |
| Wasser | normales, sauberes Leitungswasser, ca. 15-20°C, verwenden |
| Formvorlage | saubere, staub- und fettfreie Formvorlagen verwenden; poröse Formvorlagen zuerst mit einer Trennschicht (z.B. Alu- oder Kunststoffolie) einpacken oder mit Vaselin ganz dünn einstreichen; Formen aus Latex, Silikon, Kunststoff eventuell zuerst mit wenig Seifenwasser benetzen |
| Das optimale Verhältnis von Gips : Wasser ist
von Gips zu Gips verschieden.
Beachten Sie die Anleitung auf der Verpackung. Das Verhältnis Gips : Wasser ist gemäss Anleitung für das entsprechende Gips-Pulver unbedingt einzuhalten. Das angegebene Verhältnis garantiert die maximale Festigkeit. Abgebundenen harten Gips in der Gussform nicht mehr mit Wasser benetzen. Durch Wasser würde er in diesem Zustand die Festigkeit verlieren. Wasser zerstört die entstandene Kristallstruktur von Gips, der Gips zerbröckelt. |
| Gips mit Wasser mischen und aktivieren
Zuerst die Komponenten Gips und Wasser gemäss der Anleitung auf der Verpackung im Verhältnis abwägen. Die Wassermenge im Gipsergefäss zuerst vorlegen und das Gips-Pulver dann langsam und gleichmässig während 1 min. über die gesamte Wasseroberfläche einstreuen. Nie Wasser über das Gips-Pulver giessen! Nicht zu schnell einstreuen, sonst entstehen Klumpen. Dann während 1 min. den Gips sumpfen lassen, d.h. Luftblasen aus dem Gipsbrei aufsteigen lassen. Dann während ca. 2 min. den Gipsbrei mit einem Schwingbesen gut rühren, bis ein gleichmässiger Brei, ohne Klumpen, entsteht. |
| Gipsbrei in die Form giessen (Gips zum Giessen)
Den Gipsbrei langsam von einem Punkt her in die Giessform eingiessen. Die Form dann bei noch flüssigem Zustand des Gipses leicht rütteln, damit Luftblasen an die Oberfläche kommen und entweichen können. Die Form dann bis zum Ende der Abbindezeit, d.h. bis zu ca. 30 min., bis zum Erkalten ohne Erschütterung stehen lassen. |
| Gipsbrei auf Gegenstände auftragen (Gips
zum Modellieren und Spachteln)
Den Gipsbrei mit einem Pinsel, Spachtel oder von Hand (je nach Konsistenz) auf einen Gegenstand auftragen (z.B. Schale, Vase, Puppe oder Tierfigur etc.) und dort Oberflächenstrukturen formen (z.B. Haare, Stoffe etc.) bis der Gips aushärtet. |
| Gipsguss aus der Formvorlage herausnehmen
Ca. 5-10 min. nach der angegebenen Abbindezeit den erkalteten Gipsguss sorgfältig aus der Form lösen |
| Gipsguss trocknen lassen
von allen Seiten gleichmässig trocknen lassen, am besten auf einem Gitterrost, während 24-48 h |
| schleifen Mit Schleifpapier Flächen
und Randkanten schleifen, Fugen und kleinere Löcher (z.B. Luftblasen)
ev. mit Leim überstreichen. Leim trocknen lassen.
leimen Mit Weissleim, Heissleim oder Sekundenleim Gussformen auf Bilderrahmen, Kerzenständer, Vasen, Schalen etc. aufkleben schützen, bemalen Mit Farbe / Lack; möglichst keine wasserhaltigen Farben und Lacke verwenden, oder sonst nur unverdünnt auftragen. Bastelfarben (wenn möglich unverdünnt), Steinfarben und Granitfarben (Farben mit Struktur) eignen sich gut für Gips. |
Der Gips wird durch Wasser "aktiviert", er nimmt
Wasser auf, geht von der Halbhydratphase in die Dihydratphase über
und kristallisiert dabei nach ca. 25 bis 30 min. aus, erwärmt sich
für kurze Zeit und wird dabei hart. Er "bindet ab".
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| Abbindezeit beschleunigen oder verzögern:
Warmes Wasser beschleunigt; kaltes Wasser verzögert den Abbindeprozess.
Einfärben: Durch Zugabe von Eisenoxidpigmenten ins Wasser (vor Einstreuen des Gips-Pulvers) kann der Gips eingefärbt werden. Gipsbrei nicht in den Abfluss schütten wegen Verstopfungsgefahr. Alle Gefässe und Werkzeuge nach dem Arbeiten sofort mit Wasser gut abspülen. Gips ist kein gesundheitsschädlicher Werkstoff. Beim Arbeiten trotzdem darauf achten, dass kein Gips in den Mund gelangt oder als Staub eingeatmet wird. In Lunge oder Magen können sich Klümpchen bilden. Gipsbrei nie direkt auf die Haut auftragen. Beim Aushärten können nämlich Temperaturen bis zu 50°C entstehen. |