Projekt Waldfledermaus-Screening
NLU Biogeographie Leipziger Auwaldkran Fledermaus-Gruppe Rheinfall
Ziel
Vorbereitungen
 Datenaufnahme Juli 2002
 Resultate
 
  Mit 1 Kran, 1 km Kabel, 20 Transduktor- Detektoren und 4 PCs den Fledermäusen im Wald nachspüren      

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Ziel

Der Leipziger Auwaldkran LAK (http://www.uni-leipzig.de/%7Einstbota/LAK.htm)
macht einen Lebensraum für Studien zugänglich, der ohne vergleichbare Infrastruktur kaum systematisch untersucht werden kann. Das Konzept des LAK, möglichst viele verschiedene Teilprojekte einzubinden, kann zu Synergien zwischen Teilprojekten führen.

Es sind aus Mitteleuropa keine systematischen Studien über die Waldnutzung der Fledermäuse bekannt. Die bis jetzt vorhandenen Daten über Fledermäuse in mitteleuropäischen Wäldern sind eher anekdotisch, sie zeichnen keinesfalls ein Bild davon, wann welche Fledermaus wo im Wald sich aufhält und was sie dabei tut.

Von Wasserfledermäusen, Myotis daubentonii, wissen wir, dass sie
-  über dem Wasserjagdhabitat in Gruppen jagen,
-  die Gruppenjagdbereich gegen Artgenossen, die nicht zur eigenen Jagdgruppe gehören, verteidigen
-  unter bestimmten Umständen im Wald jagen, teilweise mehrmals pro Nacht zwischen Wald- und Wasserjagdhabitat hin und her wechseln (Daten von Radio-Telemetrie-Untersuchungen).

Wir wissen, wo im Wald die Wasserfledermäuse NICHT jagen, nämlich weder in Bodennähe noch im Stammbereich (d.h. in jenen Bereich, die wir von Auge - mit Hilfe von Infrarot-Geräten, und von Ohr - mit Hilfe von Bat Detectoren - überwachen können). Wir vermuten, dass im Wald die Wasserfledermäuse über den Baumwipfeln jagen.

Unter diesen Voraussetzung interessiert uns folgendes:

(1)  Zu welcher Jahres- und Tages-Zeit sind Fledermäuse im Auenwald?
(2)  In welchen Wald-Mikrohabitaten sind welche Fledermaus-Arten in welchen Bestandesdichten vorhanden?
(3)  Jagen die Fledermäuse?
(4)  Wie verteilen sich die Individuen im / über dem Wald?
(5)  Kann man individuelle Jagdbereiche feststellen? Kann man Gruppen-Jagdbereiche feststellen.
 

Das Swiss Canopy Crane (SCC) Project des Botanischen Instituts der Universität Basel ist ein geschlossenes Projekt. Parallelstudien wie beim Leipziger LAK sind am SCC nicht möglich.

In der Phase I (“Evaluation”) vom 10. und 11. Mai 2001 war der Antragsteller zwischen Sonnenuntergang und 23 bis 24 Uhr auf dem Kran und registrierte von Auge und mit Hilfe von Aufzeichnungsgeräten Fledermaus-Aktivität.

Diese Vorabklärungen ergaben, dass
-  Fledermäuse im Bereich des LAK fliegen
-  mehr oder weniger automatische Aufzeichnungen von Fledermaus-Aktivitäten möglich sind und ein erstes Bild der Waldnutzung durch Fledermäuse liefern können
 
 

Ausbau, Weiterführung des Projekts

Wenn die Screening-Phase erfolgreich ist, dann drängen sich Fortsetzungsprojekte auf, beispielsweise

(1) Saison-Screening: Eine oder zwei Messstationen werden an "vielversprechenden" Kontrollpunkten während einer oder zwei Jagdsaison eingesetzt und ein oder zweimal wöchentlichen Daten erhoben. Auf diese Weise bekommt man ein Jahres-Waldnutzungsmuster der Fledermäuse.

Der personelle Betreuungsaufwand hält sich in Grenzen (ein bis zwei Mal pro Woche Daten sichern, Funktionskontrolle und Energie-Nachschub). Es ist anzustreben, dann die Betreuung dieses Teilprojekts von jemandem gemacht wird, der hauptsächlich in einem andern LAK-Projekt arbeitet und die kurzen Kontroll- und Datensicherungsarbeiten im Saison-Screening-Projekt zusätzlich übernehmen kann.

(2) Bei verhaltensbiologischen Studien werden Fledermäuse direkt beobachtet werden. Hierzu braucht es Kenntnis über
-  Wald-Bereiche, in denen Fledermäuse sich regelmässig aufhalten
-  Fledermaus-Fänge (z.B, mit Harfen, Tuttle 1974,  Kunz & Kurta 1988)
-  gefangene Fledermäuse markieren (Armklammern mit Reflexfolien, Telemetrie; entsprechende Bewilligung beantragen - siehe auch Brief von Jansen, Staatliches Umweltfachamt Leipzig, Mai 2001 - ; sinnvollerweise mit örtlichen Fledermaus-Fachleuten kooperieren; sinnvoll ist auch eine Kooperation im Bereich “Betreuung einer Semester-, Diplom- oder Doktorarbeit).

Details zu dieser Untersuchungsphase “Verhaltensbiologie” sind erst möglich, wenn die Erkenntnisse aus der Screening-Phase vorliegen.

Der personelle Aufwand ist in diesem Fortsetzungsprojekt so gross, dass Studenten, Diplomanden und / oder Doktoranden daran arbeiten können.



[top]
- x -