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| Mit 1 Kran, 1 km Kabel, 20 Transduktor- Detektoren und 4 PCs den Fledermäusen im Wald nachspüren |
Der Leipziger Auwaldkran LAK (http://www.uni-leipzig.de/%7Einstbota/LAK.htm)
macht einen Lebensraum für Studien
zugänglich, der ohne vergleichbare Infrastruktur kaum systematisch
untersucht werden kann. Das Konzept des LAK, möglichst viele verschiedene
Teilprojekte einzubinden, kann zu Synergien zwischen Teilprojekten führen.
Es sind aus Mitteleuropa keine systematischen Studien über die Waldnutzung der Fledermäuse bekannt. Die bis jetzt vorhandenen Daten über Fledermäuse in mitteleuropäischen Wäldern sind eher anekdotisch, sie zeichnen keinesfalls ein Bild davon, wann welche Fledermaus wo im Wald sich aufhält und was sie dabei tut.
Von Wasserfledermäusen,
Myotis
daubentonii, wissen wir, dass sie
- über dem Wasserjagdhabitat
in Gruppen jagen,
- die Gruppenjagdbereich gegen Artgenossen,
die nicht zur eigenen Jagdgruppe gehören, verteidigen
- unter bestimmten Umständen
im Wald jagen, teilweise mehrmals pro Nacht zwischen Wald- und Wasserjagdhabitat
hin und her wechseln (Daten von Radio-Telemetrie-Untersuchungen).
Wir wissen, wo im Wald die Wasserfledermäuse NICHT jagen, nämlich weder in Bodennähe noch im Stammbereich (d.h. in jenen Bereich, die wir von Auge - mit Hilfe von Infrarot-Geräten, und von Ohr - mit Hilfe von Bat Detectoren - überwachen können). Wir vermuten, dass im Wald die Wasserfledermäuse über den Baumwipfeln jagen.
Unter diesen Voraussetzung interessiert uns folgendes:
(1) Zu welcher Jahres- und Tages-Zeit
sind Fledermäuse im Auenwald?
(2) In welchen Wald-Mikrohabitaten
sind welche Fledermaus-Arten in welchen Bestandesdichten vorhanden?
(3) Jagen die Fledermäuse?
(4) Wie verteilen sich die Individuen
im / über dem Wald?
(5) Kann man individuelle Jagdbereiche
feststellen? Kann man Gruppen-Jagdbereiche feststellen.
Das Swiss Canopy Crane (SCC) Project des Botanischen Instituts der Universität Basel ist ein geschlossenes Projekt. Parallelstudien wie beim Leipziger LAK sind am SCC nicht möglich.
In der Phase I (“Evaluation”) vom 10. und 11. Mai 2001 war der Antragsteller zwischen Sonnenuntergang und 23 bis 24 Uhr auf dem Kran und registrierte von Auge und mit Hilfe von Aufzeichnungsgeräten Fledermaus-Aktivität.
Diese Vorabklärungen ergaben, dass
- Fledermäuse im Bereich des
LAK fliegen
- mehr oder weniger automatische
Aufzeichnungen von Fledermaus-Aktivitäten möglich sind und ein
erstes Bild der Waldnutzung durch Fledermäuse liefern können
Ausbau, Weiterführung des Projekts
Wenn die Screening-Phase erfolgreich ist, dann drängen sich Fortsetzungsprojekte auf, beispielsweise
(1) Saison-Screening: Eine oder zwei Messstationen werden an "vielversprechenden" Kontrollpunkten während einer oder zwei Jagdsaison eingesetzt und ein oder zweimal wöchentlichen Daten erhoben. Auf diese Weise bekommt man ein Jahres-Waldnutzungsmuster der Fledermäuse.
Der personelle Betreuungsaufwand hält sich in Grenzen (ein bis zwei Mal pro Woche Daten sichern, Funktionskontrolle und Energie-Nachschub). Es ist anzustreben, dann die Betreuung dieses Teilprojekts von jemandem gemacht wird, der hauptsächlich in einem andern LAK-Projekt arbeitet und die kurzen Kontroll- und Datensicherungsarbeiten im Saison-Screening-Projekt zusätzlich übernehmen kann.
(2) Bei verhaltensbiologischen Studien
werden Fledermäuse direkt beobachtet werden. Hierzu braucht es Kenntnis
über
- Wald-Bereiche, in denen Fledermäuse
sich regelmässig aufhalten
- Fledermaus-Fänge (z.B, mit
Harfen, Tuttle 1974, Kunz & Kurta 1988)
- gefangene Fledermäuse markieren
(Armklammern mit Reflexfolien, Telemetrie; entsprechende Bewilligung beantragen
- siehe auch Brief von Jansen, Staatliches Umweltfachamt Leipzig, Mai 2001
- ; sinnvollerweise mit örtlichen Fledermaus-Fachleuten kooperieren;
sinnvoll ist auch eine Kooperation im Bereich “Betreuung einer Semester-,
Diplom- oder Doktorarbeit).
Details zu dieser Untersuchungsphase “Verhaltensbiologie” sind erst möglich, wenn die Erkenntnisse aus der Screening-Phase vorliegen.
Der personelle Aufwand ist in diesem Fortsetzungsprojekt so gross, dass Studenten, Diplomanden und / oder Doktoranden daran arbeiten können.