| Schwalb,
Hans Helmut (1961): Beiträge zur Biologie der einheimischen Lampyriden
Lampyris
noctiluca Geoffr. und Phausis splendidula Lec. und experimentelle
Analyse ihres Beutefang- und Sexualverhaltens. Zool. Jb. Syst. 88, 399-550
(Kopie, CD-R) |
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| Leuchten | Eier: haben Leuchtvermögen.
Larven: das ganze Jahr, ausser Wintermonate Imagines: nur von Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht; Lampyris-Männchen leuchten nicht sichtbar Weibchen leuchtet idR nach Kopula nicht mehr Winterruhe: Larven leuchten in variablen Intervallen ohne erkennbaren äusseren Anlass zwischen 1 Sekunde und einigen Minuten. Larven leuchten auf laute Geräusche (Platzpatronen); leuchten intensiv in Ruhezustand vor der Verpuppung und in Puppenperiode. Wenn adulte Weibchen mit 500 lx angeleuchtet werden, dann stellen sie das Leuchten ab. Spektrale Zusammensetzung des Lichts: kontinuierlich von 500 bis 650 Nanometer, max bei 550 bis 580 Nanometer. Lampyris-Männchen sprechen auf Gelb maximal an. |
| Leuchten,
Warte der Weibchen |
Weibchen klettert
zum Leuchten auf einen erhöhten Punkt; typische Leuchtstellung: Abdomen
90 bis 180 in Längsachse schraubig verdreht. Leuchtet kontinuierlich
(alte Jungfern winken mit dem Hinterleib).
Lampyris-Männchen
sprechen auf winkende Signale (5 mm/s) stärker an als auf stationäre
Signale.
Männchen reagieren stärker als flächige Signale als auf aufgelöste Flächen. Duftsignale kommen als Fern-Locksignale nicht in Frage. |
| Augen | Lampyris-Männchen
2600, -Weibchen 700 Facetten ex Lit, nach Untersuchungen von Schwalb: Männchen
mit 3412, Weibchen mit 605 Facetten. Sehraum bei Männchen: dorsoventral
(vertikal) 360, horizontal: 250; mit binokularem Sehraum vorne (==> Auffallende
Sehspezialisierung eines Nachtinsekts).
Lampyris-Männchen haben gutes Formensehen, vermutlich auch Farbensehen |
| Lebensraum | vorwiegend an feuchten
Orten (Wiesen, Bach-, Flussufer, lichte Waldränder; nie in Nadelwald);
leicht zugängliche Gebiete
Larven in Bodenschicht (rel Luftfeuchte nie < 80%), Larven in Umgebung mit grosser Deckung, z.B. Laubstreu. Hydrokinetisch positiv sind nicht gegen Austrocknung angepasst; negativ phototaktisch (indifferent bei Rotlicht); Vorzugstemperatur: 15 bis 20C. |
| geographische Verbreitung | Lampyris n.: 60 NB in S-Skandinavien; Kontinental-Europa bis 42 NB, östlich bis N-China |
| vertikale Verbreitung | Nachweis auf 1542 müM in Österreich |
| Feinde | Larven: Milben,
Nematoden, Pilze
Imagines: scheinen keine Feinde zu haben; im Experiment schluckt eine Kröte ein leuchtendes Weibchen; eine Fledermaus (M. bechsteini) nimmt Leuchtkäfer, der zwischen Mehlwürmern angeboten wird, spuckt aber gleich wieder aus. |
| Nahrung | Schnecken (Gehäuse-
und Nackt-) (in Gefangenschaft auch Regenwürmer, Frosch- und Säugetierfleisch,
gequetschte tote Artgenossen; kein Aas
Beute: Schnecken, die bis 15mal grösser als Lampyris-Larven sind; in 24 bis 36 h aufgefressen. Können monatelang hungern - müssen dann aber trinken. Finden Beute anhand Schleimspur, können Vorder- und Hinterende der Schnecke anhand Schleim unterscheiden; beissen bevorzugt ins Vorderende, um Beute zu lähmen und zu töten. keine extraintestinale Verdauung, sondern Beutefleisch mit Mandibeln zerkleinern und schlucken. Imagines fressen nicht |
| Gift | reicht für 4 bis 5 Bisse, nach 12 bis 30 h scheint Giftvorrat regeneriert zu sein. |
| Entwicklungszyklus | |
| Ei | Ei-Ablage meist
1-3d, manchmal 6-8d nach Kopulation
Ei-Ablage nur nachts Ort: meist nahe dem nächtlichen Leuchtplatz, oder in Tagesversteck; jedes Ei mit klebrigem Sekrettropfen an Unterlage geklebt. Weibchen stirbt bald nach Eiablage; Grösse 1,0 bis 1,3 mm Durchmesser, kugelig, hellorange, Ei-Haut wird 12 bis 24 h nach Ablage hart. Eier haben Leuchtvermögen |
| Gelege | 60 bis 90 Eier (min: 41, max: 198) (n > 100) |
| Embryonal-, Postembryonal-Entwicklung | Larven schlüpfen
nach 35.3 d (bei 18-20 °C und 80-100% rel Luftfeuchte)
bei ungünstigen Verhältnissen auch erst nach 99, bzw. 131 d |
| Schlüpfen | nachts |
| Larven-Entwicklung
(siehe p 449, Tab. 13) |
1. Häutung:
März/April (nach Winterruhe)
2. Häutung: Juli/August 3. Häutung: Sept/Okt bis zur Puppe total 4 bis 6 Häutungen Gesamt-Dauer: 33 bis 34 Monate vor Häutung einige Tage Ruhephase |
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| Puppe | Verpuppung Mai bis
September)
Puppenzeit Männchen: 13 d, Weibchen 10-11 d) (bei 20 °C) |
| Imagines | erscheinen oft innert
8 bis 14 d in einem Jahr (Synchronisation der Verpuppung durch Umwelt-Faktoren)
Lebensdauer: 10 bis 18 d |
| Geschlechtsverhältnis | 1 M : 3 W (Lampyris) |
| Verhalten der Imagines | Aktivität:
beginnt bei Dunkelheit; Männchen fliegen etwa 30 bis 60 min nach Leuchtbeginn
der Weibchen und hören damit auf 30 bis 60 min bevor die Weibchen
mit Leuchten aufhören. Weibchen leuchtet bis Mitternacht (manchmal
1 bis 2 h länger)
Aktivität ist weitgehend witterungsunabhängig |
| Schwärmflug der Männchen | 0.5 bis 2 m über Boden; wenn Weibchen entdeckt, dann lässt sich das Männchen senkrecht aufs Weibchen herunterfallen. |
| Kopulation | Während Kopulation (20 bis 90 min bei Lampyris) verschwindet das Leuchten; Weibchen und Männchen können am gleichen Abend mehrmals kopulieren. |
| Grösse | Larve, frisch geschlüpft:
4 mm
adulte Weibchen: 12 bis 30 mm |
| Winterruhe (nur Larven) | im normalen Tagesversteck |