von Ingo Rieger,
ADIKom
Zum Thema Umwelt und Umwelt-Veränderung, vor allem Umweltverschlechterung, wird viel gesprochen und geschrieben. Ob wir es wahr haben oder nicht, Berichte über den Zustand der Umwelt haben News-Wert. Dabei geht es nicht nur um den fernen Smog in Los Angeles, auch Italien trifft Massnahmen bei Smog-Alarm (1993), in Rio, am Erdgipfel über nachhaltige Nutzung der Ressourcen, tagen Wissenschafter und Industriemanager (1992), bei uns werden eutrophierte Mittellandseen künstlich beatmet (1982), der Wald stirbt (1983), im Frühling nach der Eisschmelze findet man viele verendete Grasfrösche (1991), wegen der hohen PCB-Belastung sind die Chancen, den in der Schweiz ausgestorbenen Fischotter wieder anzusiedeln, gleich Null (1990). Seit Anfang 1993 gibt es in der Schweiz den Medienspiegel Umwelt (WIENER 1993), vor kurzen veröffentlichte der Kanton Zürich umweltrelevante Daten (Koordinationsstelle für Umweltschutz 1898, 1993) und das Bundesamt für Statistik veröffentlichte ein knapp 300-seitige Dokumentation von "Quellen umweltrelevanter Daten des Bundes" (BFS 1993).
In der Regel sind genaue Daten über Umwelt-Parameter kaum zugänglich. Als Normalverbraucher begegnen wir solchen Informationen vor allem in Medien-Berichten, wo Journalisten die Grund-Informationen auswählten und interpretierten.
Nicht so im Umweltspiegel. Hier finden Sie exakte
Daten, aber keine Interpretationen oder gar Lösungsvorschläge.
Wir sind der Meinung, das Thema "Umwelt" ist zu wichtig, als dass wir es
Wissenschaftern und Journalisten allein überlassen dürfen.
Exakte Informationen ...
Wir geben Ihnen die Messreihen einiger Umweltparameter.
Einige dieser Daten finden Sie hier in diesem Text, weitere können
Sie mit dem PC Programm US93 auf dem
Bildschirm bringen..
| US93 ist ein DOS-Programm; auf 32-bit-Windows-Betriebssystemen richten Sie eine DOS-Box ein (z.B. http://dosbox.sourceforge.net) und lassen das Programm darin laufen |
... miteinander vergleichen:
Wir schaffen die Möglichkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Die Kurven sind so gezeichnet, dass Sie sie direkt miteinander vergleichen können. Und wenn Sie die Daten im Programmpaket US 93 verwenden, dann können Sie die Messreihen von mehr als 100 Umweltparametern anschauen, unter einander vergleichen und sich selbst Gedanken gegenseitige Beeinflussungen machen.
Noch eine Bemerkung zu den umweltrelevanten Parametern:
Wir versuchten, umweltrelevante Parameter aus den verschiedensten Bereichen
mit möglichst langen Messreihen für den Umweltspiegel zu bekommen.
Einige dieser Parameter werden seit Dutzenden von Jahren gemessen (z.B.
Wetter, Seewasser, Jagderfolge), andere erst seit kurzem (z.B. Waldschaden-Parameter),
wieder andere misst man nicht (oder wir fanden keine Messreihen, z.B. über
Dioxin, Boden-Parameter, Bestände von Wildtieren). Eine weitere Gruppe
von Daten misst man zwar schon seit langem, jedoch nicht regelmässig,
z.B. Flechten.
Im Umweltspiegel US93 finden Sie mehr als 100 verschiedene Umweltparameter. Sie können jeden Parameter für sich betrachten und sich Gedanken über Entwicklungstendenzen machen. Sie können aber auch bis zu 16 verschiedene Umweltparameter gleichzeitig auf den Bildschirm Ihres Computers bringen und miteinander vergleichen. Allein wenn Sie nur zwei aus 120 Kurven miteinander vergleichen, haben Sie 7140 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten
nach der Formel n * (n-1) / 2.
Wenn Sie drei aus 120 Kurven miteinander vergleichen, haben Sie 561680 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten
nach der Formel n * (n-1) * (n-2) / 3.
Wenn Sie wollen, können Sie sich die Kombinationsmöglichkeiten für vier, fünf oder gar 16 verschiedene Kurven ausrechnen. Auf jeden Fall liegt es auf der Hand, dass wir hier nicht jede Kurvenkombination besprechen können. Was uns bleibt, ist Ihnen anhand einiger Beispiele zu zeigen, wie sich verschiedene Parameter miteinander vergleichen lassen.
Tendenzen erkennen: Die Umweltspiegel-Daten zeigen Trends, Entwicklungstendenzen über mehrere Jahre. In Gesprächen mit Wissenschaftern hörten wir immer wieder Bemerkungen, die mit "Ja, aber..." begannen. Bei einem solchen Einwand, der sich z.B. auf die Phosphat-Konzentration im See bezog, ging es weiter mit "... die Messpunkte Eurer Kurven stellen nur die Situation an einer Stelle des Sees, in 30 Meter Tiefe dar. Eure Kurve sagt nichts über die Phosphat-Belastung in andern Seetiefen und an andern Stellen...". Dieser Einwand ist an sich richtig. Aber, wir wollen gar nicht zeigen, wie Phosphat im See verteilt ist oder wie sich die Phosphat-Konzentration im Tages- oder Jahreszyklus verändert. Was wir aber zeigen wollen, und was unsere Daten auch zeigen, sind langfristige Veränderungen über mehrere Jahre - oder einfacher ausgedrückt - ist der See sauberer oder nicht.
verschiedene Zyklen: Die Messwerte von Umweltparametern sind möglicherweise zyklischen Veränderungen unterworfen, die sich
Jahres-Zyklus: Parameter "Kohlendioxid
[ppm] Hawaii (Troposphäre)"
Das Mauna-Loa-Observatorium auf Hawaii misst seit
1958 die CO2
Parameter "gel. org. Verb. (DOC) Rhein
Au / Basel"
Die Konzentrationen aller Stoffe in Fliessgewässer variieren enorm. Zudem ist die Stoffkonzentration abhängig von der Wasserführung (vgl. Parameter "Abflussmenge" im Programm US93), welche wieder von Niederschlägen abhängt. An sich müsste man die Fracht (= Stoffkonzentration * Abflussmenge = [Masse pro Zeiteinheit]) bestimmen. Dieser Wert variiert weniger als die Konzentration [Masse pro Volumen].
Das chemische Element Kohlenstoff (C) kann in den verschiedensten Formen vorliegen. In flüssiger Form (als DOC) ist Kohlenstoff umweltchemisch gesehen am aktivsten. Mikroorganismen verspeisen es in Form von Pflanzenteilchen oder Fäkalien und geben es als Kohlendioxid wieder an die Umwelt ab. Bei diesem Vorgang wird durch die Reaktion
C + O2 ==> CO2
Sauerstoff aus dem Wasser verbraucht.
Die beiden Messstellen erlauben einen Vergleich des Rheins bevor er in den Bodensee fliesst (Au) mit dem Rhein, wie er die Schweiz verlässt (Basel). Im Oberlauf ist der Rhein deutlich weniger DOC belastet als bei Basel. Das bedeutet, dass zwischen den beiden Messstellen viele schlecht gereinigte Abwässer zufliessen oder auch, dass im Frühjahr Blütenstände und im Herbst Blätter in den Rhein gelangen und dort vom POM (Partikuläres Organisches Material) zum DOC abgebaut werden.
Viele vor allem kleine bis mittelgrosse Säugetier-Arten haben mehrjährige Bestandeszyklen. In grossen, von Menschen nicht oder nur wenig beeinflussten Lebensräumen verändern sich nicht nur die Bestände von Beutetieren, sondern auch von Raubtieren zyklisch: z.B. Schneehasen und Luchsen.
In Jahren mit grossen Schneehasen-Beständen finden die Luchsen leichter Beute und können mehr und gesündere Nachkommen aufziehen. Mit ein bis zwei Jahren Verzögerung steigt nun der Luchs-Bestand an.
In den Jahren mit hoher Populationsdichte gibt es unter den Hasen mehr soziale Auseinandersetzungen, mehr Stress, die Tiere sind anfälliger gegen Krankheiten. Alle diese Merkmale lassen den Hasenbestand sinken. Zudem führte der hohe Hasenbestand zu einem grösseren Raubtierbestand: immer mehr Luchsen jagen Hasen und die Hasen werden immer weniger.
Bei nun tiefem Hasenbestand haben die vielen Luchsen aus den "guten Jahren" grosse Mühe, genügend Beute zu schlagen. Nun sind die Luchsen grossem Stress ausgesetzt und fallen als geschwächte, magere, unterernährte Tiere leicht irgendwelchen Krankheiten zum Opfer. Die Luchsbestände sinken.
Bei geringem Raubtier-Druck und geringen sozialen Spannungen ziehen die Hasen mehr und gesündere Junge auf. Der Hasenbestand steigt wieder an. In Jahren mit grossen Schneehasen-Beständen (... damit ist der Kreis geschlossen).
Schermaus St. Croix, Daten aus SAUCY
(1988)
Solche mehrjährigen Bestandeszyklen kennt man
auch bei Lemmingen oder Mäusen. Im Umweltspiegel zeigen die Kurven
der Schermäuse von St. Croix oder die Feldmauser-Fangprämien
des Kantons Solothurn zwischen 1538 und 1643 deutliche Zyklen von etwa
7 Jahren.
Die Abbildung zeigt den Verbrauch von Phosphordünger
in der Landwirtschaft (vgl. US-Parameter "Phosphor-Dünger [t P2O5]")
und "Phosphat im See". Zunächst fällt der negative Trend
des Phosphors im Zürichsee auf, der trotz einiger Schwankungen der
Kurve deutlich ist. 1973 war die Phosphor-Belastung im See maximal, bis
1992 sank sie auf 5%. Die grössten Phosphordünger-Mengen wurden
1980, 1983 und 1985 eingesetzt, nachher immer weniger. Auffällig ist,
dass die Phosphor-im-See-Kurve beide Male einen Knick nach unten macht,
wo auch der Phosphordünger-Verbrauch vorübergehend reduziert
wird. Man kann von einer positiven Korrelation beider Kurven nach 1980
sprechen. Aber die Phosphordünger-Kurve allein erklärt der Rückgang
der Phosphorkonzentration im See nach 1973 nicht. Eine bessere Phosphor-Elimination
in Kläranlagen ist wahrscheinlich die wichtigste Ursache dafür.
Phosphordüngerverbrauch und Phosphat-Belastung
im See - relative Darstellung
Wenn sie die Parameter "Emission Stickoxid [t NOx]" und "Luft: Emission" mit der Kurve der Motorfahrzeuge (vgl. US-Parameter "Motorfahrzeuge [Anzahl]") vergleichen, wird der Einfluss des Katalysators sichtbar: Trotz steter Zunahme an Motorfahrzeugen beobachtet man seit 1984 bei der Stickoxid-Emission eine Trendwende. Dies ist auf den Einfluss der Gesetzgebung mit damit verbundenem Zwang zu Abgaskontrollen, Katalysatoren und sogenannten Low-NOx-Brennern für Ölheizungen zurückzuführen (seit Herbst 1986 dürfen nur noch Kat-Autos importiert werden).
Motorfahrzeuge, Stickoxide und wichtige
Ereignisse (%)
Seen mit Bergsee-Charakter (z.B. Walensee) haben
grössere Sichttiefen als Mittelland-Seen (z.B. Zürichsee, Obersee).
Die Sichttiefe verändert, vor allem verbessert sich langfristig nur
langsam.
Monatliche Messung der Sichttiefe
im Zürichsee bei Thalwil (Wasserversorgung Zürich)
Die Fisch-Fangerträge im Basler Rhein sind nicht mehr, was sie einmal waren (vgl. US-Parameter "Fische [Anzahl gefangen] Rhein Basel", gesamter Bereich). Nach dem maximalen Fangertrag 1950 sinkt dieser mehr oder weniger stetig ab. Die besonders anspruchsvollen Lachse (vgl. US-Parameter "Lachse [Anzahl gefangen] Rhein Basel") gehen den Basler Fischern 1963 zum letzten Mal in die Netze.
Welche Faktoren könnten die Fangerträge beeinflussen? Betrachten wir die US-Parameter "Abflussmenge" vom und "gefangene Fische", "Sauerstoff" und "gelöste organische Verbindungen (DOC)" im Rhein bei Basel. Die Kurven der Fisch- Fangerträge, Sauerstoffkonzentration und Abflussmenge laufen weitgehend parallel. Wir finden keine Beziehung zwischen der Konzentration von gelösten organischen Verbindungen und dem Fisch-Fangertrag.
Fisch-Fangerträge,
Rhein bei Basel
Ein Fluss mit viel Wasser hat in der Regel eine höher Sauerstoffkonzentration, weil das viele Wasser rascher fliesst (Wenn der Fluss nicht über die Ufer tritt, fliesst er um so rascher, je grösser die Abflussmenge ist). Im rasch fliessenden Wasser sind Turbulenzen und Wirbel grösser als im ruhig fliessenden Wasser. In Turbulenzen und Wirbeln vermischt sich Wasser mit Luft und nimmt dabei Sauerstoff auf.
Fische atmen via Kiemen, dabei nehmen sie im Wasser gelösten Sauerstoff auf. Bei geringer Sauerstoff-Konzentration entwickeln sich Fische langsamer als bei hoher Sauerstoff-Konzentration.
1987 verhält sich die Fischkurve nicht gleich
wie die Sauerstoff- und Abflussmengen-Kurven: Der Fisch-Fangertrag sinkt
auf ein Minimum, weil bei Schweizerhalle grosse Giftmengen in den Rhein
gelangten (vgl. US-Parameter "Ereignisse").
Lange Zeit wurde unter Fachleuten gestritten, welchen Effekt die beobachtete Erhöhung des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre wohl mit sich ziehen würde. "Eine schlichte Erwärmung", vertraten die einen, "eine durch den Treibhauseffekt verursachte weltweite Abkühlung", vermuteten die anderen. Wenn wir die Jahresmittel-Temperatur mit dem Kohlendioxidgehalt vergleichen, bekommen wir eine Idee, was eine dritte Gruppe von Wissenschaftern vertritt: "Das Klima wird immer extremer". Während sich im Mittel nichts ändert, wird doch die Schwankungsbreite grösser.
Temperatur (Jahresmittel) in Schaffhausen,
CO2 Troposphäre Hawaii (in %)
Das Ozonloch stellte man bisher erst über dem Südpol und nur zwischen den Monaten August und Oktober fest. Der Begriff "Loch" ist nicht ganz korrekt: bei diesen zyklisch wiederkehrenden Ereignissen wird das Stratosphären-Ozon auf die Hälfte des normalen Wertes abgebaut.
Der Verbrauch von Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen (FCKWs) wurde in der Schweiz nach 1986 drastisch reduziert. Für gewisse Anwendungen sind diese Substanzen ideal, weil sie so stabil sind. Leider bleiben sie auch stabil, wenn sie in die Atmosphäre entwichen sind und während vieler Jahre stratosphärisches Ozon abbauen.
Am Ozonloch zeigt sich die zum Teil langsame Reaktion
von bestimmten Umweltsystemen: Auch wenn weltweit immer weniger FCKW gebracht
wird, nimmt die Ozonkonzentration weiterhin ab. Erst in einigen Jahrzehnten,
wenn die stabilen Ozonkiller endlich abgebaut sind, kann eine Trendwende
eintreten.
FCKWs (Bundesamt für Umwelt,
Wald und Landschaft, 1991)
Der Feldhasen-Bestand sinkt in den letzten Jahren rasant. Wenn wir die Fallwild- und die Jagdertrag-Kurven miteinander vergleichen, dann sehen wir, dass vor 1974 die Jagdertrag-Kurve nicht parallel zu jener des Fallwilds verlief. Das lässt vermuten, dass die Schweizer Jäger von den Feldhasen-Überschüssen profitierten. Ab Mitte der 70er Jahre schwanken die Jagderträge gleich wie die Fallwildzahlen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Fallwildzahlen parallel zur Bestandesgrösse verändern (je mehr Tiere vorhanden sind, desto grösser die Zahl von Hasen mit Verkehrsunfällen), dann bedeutet die Parallelität der Jagdertrag-Kurve mit der Fallwild-Kurve, dass die Jäger die Hasen nicht mehr gezielt jagen, sondern nur noch zufällig treffen, weil es einfach zu wenig Hasen hat (nicht so beispielsweise bei den Füchsen: hier laufen Fallwild- und Jagdertrag-Kurven keineswegs parallel. Hier ernten die Jäger einem Bestandesüberschuss.).
Abschüsse von Füchsen
und Hasen
Warum hat es weniger Hasen? Feldhasen leben in flachem
Gelände mit Deckung und teilweise kleinräumiger Struktur. Die
landwirtschaftliche Industrialisierung liess natürliche Deckungen
wie Hecken oder die Ufervegetation entlang von Bächen verschwinden.
Auch Ersatzlebensräume wie Kartoffeläcker werden immer seltener.
Die Anzahl Motorfahrzeuge hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Von der Erdölkrise 1973 wird diese Entwicklung nicht berührt. Grosse Auswirkungen zeigt die Krise jedoch auf den Verbrauch an Treibstoff, dessen fast exponentielle Entwicklung seit dem 2. Weltkrieg dadurch für kurze Zeit unterbrochen wird. Obwohl also die Zahl der Motorfahrzeuge weiter zunimmt, nimmt der Treibstoffverbrauch für kurze Zeit massiv ab. Das bedeutet, das viele Automobilisten weniger weit fahren oder sogar ganz aufs Fahren verzichten.
Der Treibstoffverbrauch nimmt seinen früheren Aufwärtstrend schon 1976 wieder auf, wenn auch auf tieferem Niveau. Zwischen 1984 und 1988 scheinen die Autokäufe etwas zu stagnieren, während die Treibstoffverbrauchskurve weiterhin ansteigt. Vielleicht haben einige Leute auf den Kauf eines neuen Autos verzichtet, als das alte schrottreif wurde? Die andern fahren dafür um so mehr!
Die mehr als 12 Millionen Tonnen Erdöl, die wir 1991 in die Schweiz importierten, können wir uns kaum vorstellen. Rechnen wir dies in Eisenbahnwagen um: 12.581 Millionen Tonnen Erdöl haben ein Volumen von 15.158 Millionen Kubikmeter (Erdöl hat eine Dichte von 0.83 g/cm3 - diese und andere Umrechnungsfaktoren finden Sie im Dateien-Paket von US93).
Ein Zweiachsiger Eisenbahn-Kesselwagen ist 12 m lang
und fasst 40 m3. Wenn man die Jahresimportmenge Rohöl randvoll
in solche Kesselwagen abfüllen würde (Achtung: diese Zweiachsigen
Kesselwagen dürfen nur mit 28 t beladen werden), braucht es knapp
380000 Kesselwagen. Ein solcher Zug würde 4500 km lang (von Zürich
bis Abu Dhabi, ein Erdöl-Emirat am Persischen Golf, sind es 4754 km).
Machen wir aus diesen 380000 Kesselwagen Erdöl-Züge mit jeweils
40 Kesselwagen. Immer noch 9500 Erdöl-Züge, oder pro Tag (inkl.
Wochenende) rund 26 Züge, oder etwa jede Stunde ein Erdöl-Zug.
Motorfahrzeuge und Treibstoffverbrauch
in Prozenten (Bundesamt für Statistik und Bundesamt für Energiewirtschaft)
Wenn Sie hierher durchgehalten haben, dann machten
Sie sich einige Gedanken über Umwelttrends in der Schweiz - Sie interpretierten
Kurven, Daten, wissenschaftliche Erkenntnisse. Was es aber jetzt braucht,
sind Taten, welche die Schweizer Umwelt zum bessern verändern. Wenn
Sie auch in diesem Punkt mit uns einig sind, dann hat der Umweltspiegel
sein Ziel erreicht.
Anforderungen IBM-kompatibler PC, mit EGA- oder VGA-Graphikkarte, 3½-Zoll-Diskettenlaufwerk, DOS (mindestens Version 3).
Ein Mail, und Sie erhalten eine ZIP-komprimierte Datei US93.zip (<160kB) mit allen notwendigen Dateien ...
... und mein Wunsch: Wenn Sie selber weitere Daten haben, die in den Umweltspiegel passen, dann stellen Sie diese bitte zur Verfügung, via e-mail ... Besten Dank!
Schalter
Das Programm US93 verarbeitet die folgenden Schalter:
US93 [I [L [N]]] [ENTER]
I zeichnet auf weissem Hintergrund (default: schwarz)
L zeichnet die Linien dünn (default: Linie dick)
N zeichnet die Kurven über einem Koordinatennetz (default: Rahmen mit Marken)
Anzahl und Reihenfolge der Schalter spielen
keine Rolle.
Der Hauptmenü-Bildschirm erscheint.
Mit den Cursor-Tasten, PgDn, PgUp, HOME und END wählen Sie eine Menü-Zeile
aus, mit ENTER teilen Sie dem Programm Ihre Wahl mit, mit ESC verlassen
Sie das Menü. Im Hauptmenü können Sie auswählen zwischen
folgenden Optionen
| 1 Parameter | in einem weiteren Fenster zeigt Ihnen das Programm die vorhandenen Parameter |
| 2 Zeichnen | die ausgewählten Parameter zeichnen (Fehlermeldung "Data missing", wenn keine Parameter ausgewählt wurden) |
| 3 Bereich | Zeitbereich, absolute Darstellung oder Darstellung in Prozent |
| 4 Hilfe | einen einfachen Hilfstext aufrufen |
| 5 Français | zwischen Deutsch und Französisch als Menü-Sprache wechseln, |
| 6 Stichwort | Parameter anhand von Stichworten suchen (vorgesehen für eine spätere Version) |
| 0 Ende | Programm beenden |
Die Dateien enthalten
| US93.EXE | Umweltspiegel-Programm |
| *.GER | Text-Dateien mit deutschem Text |
| *.FRA | Text-Dateien mit französischem Text |
| US93HLP.* | Hilfstext |
| USMESS.* | Menüzeilen und Fehlermeldungen für US93 |
| USPARAM.* | Liste mit Parameter-Dateien. Jede Zeile enthält Informationen zum einem Parameter. In den ersten 12 Stellen sind Unterverzeichnis und Name der Datei, zwischen der 13. und 67. Stelle die Parameter-Kurzbeschreibung, die im Para meter-Fenster und in der Legendenzeile in der Kurvenzeichnung erscheinen. |
| README | Informationen, die nach Drucklegung der Broschüre bekannt wurden. |
| USPIEGEL.* | Info-Text zum Umweltspiegel (deutsch, französisch) |
| KOMMENTAR | Ergänzende Informationen zu dem Umweltparametern (eine ASCII-Datei, deutsch) |
Die Parameter-Dateien sind im Unterverzeichnis \USD.
US93.EXE verarbeitet Parameter-Dateien im ASCII-Format. Sie können
mit jedem ASCII-Werkzeug (z.B. NotePad) diese Dateien anschauen und verändern.
Das Programm US93 ignoriert Zeilen, die nicht mit zwei Zahlen, getrennt
durch ein Leer- oder Tab-Zeichen, beginnen. US93 interpretiert die erste
Zahl als Jahreszahl, die zweite als den zugehörigen Parameter-Wert.
Jede weitere Information auf einer Datei-Zeile ignoriert das Programm.
zum Beispiel: Wenn Sie möchten, dass alle Kurven
mit einer y-Achse gezeichnet werden, die bei Null beginnt, schreiben sie
sich mit einem ASCII-Editor (z.B. NotePad: ein im Internet zur Verfügung
gestellter Editor, der u.a. auch zwischen ASCII und ANSI-Formaten konvertieren
kann) eine Datei mit folgendem Inhalt
1970 0
Speichern Sie
nun diese Datei unter einem Namen, z.B. Y-NULL im Unterverzeichnis USD
und teilen Sie dem Programm US93 mit, dass es diese Daten verwenden kann,
indem Sie mit dem ASCII-Editor die Datei USPARAM.GER verändern. Fügen
Sie beispielsweise nach der Zeile mit dem Hinweis auf die Ereignis-Datei:
USD\EREIGNISEreignisse
die neue Zeile ein USD\Y-NULL Y-Achse beginnt bei
0 Wenn Sie nun US93 starten, erscheint im Parameter-Fenster auf der zweiten
Zeile Y-Achse beginnt bei 0 Wenn Sie diesen "Parameter" anwählen,
zeichnet US93 alle Kurven in einer y-Achsen-Einteilung, die von Null aus
geht.
Ein Tip
Die Absolutwerte der Umwelt-Daten in den einzelnen
Dateien schwanken zwischen Null und mehreren Millionen. Wenn Sie auf dem
Bildschirm die Kurven der jährlich gefangenen Borkenkäfer und
die Waldschaden-Stufen 1-4 und 2-4 miteinander vergleichen wollen und dabei
die absoluten Jahreswerte verwenden, dann sehen sie in der Darstellung
eine dynamische Borkenkäfer-Kurve und Waldschaden-Kurven, die auf
der Nullinie bleiben. Wählen Sie jetzt im Hauptmenü die Option
"3 Bereich" und im darauf folgenden Menu die Option 3 (1970 bis 1992 /
y-Achse: 100%". Das Programm US93 rechnet die Jahreswerte jedes Parameters
in Prozent um und stellt die Kurve zwischen 0% (entspricht dem kleinsten
Jahreswert) und 100% (entspricht dem grössten Jahreswert) dar.
Ein Hinweis
Wenn Sie die Parameter-Auswahl abgeschlossen haben
(mit [ESC]), bestimmt das Programm die Extrema der Daten. Sie können
diesen Vorgang (angezeigt mit "range check in [Dateiname]") nicht unterbrechen.
Aber Eingaben via Tastatur verarbeitet das Programm gleich nach dem "range
check".
AOX
Organisch gebundenes Halogen
ASCII
American Standard Code for Information Interchange
AWBR
Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee - Rhein
(Geschäftsstelle: St. Leonhard-Strasse 16, 9000 St. Gallen)
BAG
Bundesamt für Gesundheitswesen, Bern (OFSP)
BEW
Bundesamt für Energiewirtschaft (OFEN)
BLW
Bundesamt für Landwirtschaft, Bern
BG
Bestimmungsgrenze (z.B. für Atrazin: 0.01 mg/m3)
BRP
Bundesamt für Raumplanung (OFAT)
BUS
Bundesamt für Umweltschutz
BUWAL
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern (OFEFP)
CFSR
Commission fédérale de surveillance de la radioactivité
(KUeR)
CNS-CME Comité
national suisse de la Conférence mondiale de l'énergie
(SNK-WEK)
DOC
Disolved organic compounds: gelöste, organische Verbindungen
EAFV
Eidgenössische Anstalt für das forstwirtschaftliche
Versuchswesen (WSL)
EAV
Eidgenössische Alkoholverwaltung, Bern
EAWAG
Eidgenössische Forschungsanstalt für Wasserversorgung,
Abwasserreinigung und Gewässerschutz, Dübendorf
ECE-Norm UN-ECE-Richtlinien
der UNO und EG
EDI
Eidgenössisches Departement des Innern
FAC
Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrikulturchemie und
Umwelthygiene, Liebefeld
FAP
Eidgenössische Forschungsanstalt für Pflanzenbau
FAW
Eidgenössische Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau
FCKW
Vollständig halogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe
FNP
Institut fédéral de recherches sur la forêt, la neige
et
le paysage (WSL)
GRD
Gruppe für Rüstungsdienste, Bern
GWh
Gigawattstunden
HSK
Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen
(Bundesamt für Energiewirtschaft)
ICRP
International Commission on Radiological Protection
J
Joule
KABO
Kantonales Bodenbeobachtungsnetz
KARCH
Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz,
Naturhistorisches Museum Bern, Bernastrasse 15, 3005 Bern
kWh
Kilowattstunde
KUeR
Eidg. Kommission zur Überwachung der Radioaktivität (CFSR)
LFI
Landesforstinventar (WSL)
LHG
Landeshydrologie und -geologie, Bern
LRV
Luftreinhalteverordnung vom 16. Dezember 1985
(Stand am 1. Juli 1986)
NABEL
Nationales Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe
NABO
Nationales Bodenbeobachtungsnetz (LFI)
NADAM
Netz für automatische Dosisalarmierung und -messung
NAGRA
Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle
NFP
Nationales Forschungsprogramm "Boden"
NPAOX
Nicht flüchtiges AOX
OFAT
Office fédéral de l'amenagement du territoire (BRP)
OFEFP
Office fédéral de l'environment, des forêts et du paysage
(BUWAL)
OFEN
Office fédéral de lénergie (BEW)
OFS
Office fédéral de la statistique (BFS)
OFSP
Office fédéral de la santé publique (BAG)
POM
Partikuläres Organisches Material
PCB
Polychlorierte Biphenyle
PBMD
Phytosanitärer Beobachtungs- und Meldedienst (WSL)
PBSM
Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel,
z.B. Atrazin
ppb
parts per billion: 1 ppb = 1 Teilchen pro 1 Milliarde Teilchen
ppm
parts per million: 1 ppm = 1 Teilchen pro 1 Million Teilchen
PSM
Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel
SBW
Schweizerischer Bauernverband, Brugg
SGCI
Schweiz. Ges. Chemische Industrie, Zürich
SLF
Eidgenössisches Institut für Schnee- und Lawinenforschung,
Davos (WSL)
SMA
Schweizerische Meteorologische Anstalt, Zürich
SNK-WEK Schweiz.
Nationalkomitee der Weltenergiekonferenz (CNS-CME)
SOV
Schweizerischer Obstverband, Zug
SSVO
Schweiz. Strahlenschutzverordnung
StFV
Verordnung über den Schutz vor Störfällen (27. Februar 1991)
SUER
Sektion Überwachung Radioaktivität, Fribourg
t
Tonne
TJ
Terajoule = 1012 J
VOC
Volantile organic compounds: flüchtige organische Verbindungen
VSBo
Verordnung über Schadstoffe im Boden vom 9. Juni 1986
WSI
Waldschadeninventur
WSL
Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und
Landschaft, Birmensdorf (FNP)
WVZ
Wasserversorgung Zürich
Dank
Ich danke ganz herzlich der Industrie-Leasing,
Zürich und Lausanne, und ihrer Werbeagentur BWP, Zürich, für
ihre Unterstützung bei Herstellung und Versand des Umweltspiegels.
Ohne diese Hilfe wäre die Idee "Umweltspiegel" nie verwirklicht worden.
Neben der Startmotivation braucht es für eine Umweltspiegel auch nackte
Tatsachen. Diese fand ich z.T. in öffentlich zugänglichen Informationsträgern,
aber viele erhielt ich von Personen und Institutionen, denen ich hier ganz
besonders danke: Amt für Gesundheit und Umwelt der Stadt Zürich,
Dr. Ch. Leuenberger, BFS, Bern, A. Finger, Bundesamt f. Energiewirtschaft,
Bern, W. Gaensslen Bundesamt für Landwirtschaft, Bern, H. J. Lehmann,
BUWAL, Bern, H. Hollenweg, Ch. Koch, Karin Kohler, Dr. U. Nyffeler, Dr.
C. Rentsch, Y. Walser, EAV, Bern, Herrn E. Nussbaumer, FAC, Liebefeld,
Dr. A. Siegenthaler, FAP, Zürich, Frau A. Guignard, GRD, AC-Laboratorium,
Spiez, Dr. P. Roder, INFALUM, Zürich, Kantonspolizei Basel-Stadt,
Herrn C. Wisson, KARCH, Bern, Frau S. Zumbach, Prof. Dr. M. KÖRNER,
Universität Bern, Nationale Alarmzentrale, Zürich, Dr. D. Rauber,
ökoscience, Zürich, Jürg Schulthess, RAC, Nyon, Dr. A. Meylan,
Dr. F. Saucy, Université de Fribourg, Schweizerische Krebsliga,
Bern, Schweiz. Tollwutzentrale, Bern, Dr. U. Breitenmoser, SGCI, Zürich,
SMA, Zürich, Frau V. Felix, SUER, Fribourg, Dr. H. Völkle, Vogelwarte,
Sempach, H. Schmid, VSAI, Zürich, VSE, Zürich, WVZ Zürich,
R. Forster, Dr. U. Zimmermann, WSL, Birmensdorf, Frau U. Bleistein, B.
Forster, Andreas Zehnder, Landw. Schule Charlottenfels, Neuhausen.